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Angedacht

Monatsspruch für Oktober 2017

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

Lukas Kapitel 15, Vers 10

Liebe Leser,

der Zusammenhang unseres Monatsspruchs für Oktober ist schnell erklärt: Im Gleichnis von der verlorenen Münze hat eine Frau etwas Verlorenes unter großem Aufwand wiedergefunden. Ihre Freude will sie nicht für sich behalten, sondern lässt ihre Freunde und Nachbarn daran teilhaben. Die meisten von uns haben diese Geschichte schon im Kindergottesdienst gehört und als Kind mindestens ein Bild dazu gemalt, andere haben sie zumindest schon oft gelesen oder eine Predigt oder Andacht darüber gehört. Wie kommts? Die Geschichte ist einfach erzählt. Und einfach zu verstehen. Da gibt es nicht viel im Hintergrund zu deuteln und zu fragen, z.B. wie alt die Frau war, ob es jetzt eine besondere Münze gewesen ist, wofür sie diese Münze brauchte, wieviel sie damals wert gewesen ist usw. Alles unwichtig, finde ich. Viel wichtiger ist, was Jesus uns dadurch sagen und zeigen will:

1. Gott ist emotional. Er freut sich, wenn jemand sich von ihm finden lässt. Und zwar so sehr, dass er ein Gegenüber braucht. Nicht die Engel richten die himmlische Freudenparty aus, sondern Gott selbst. Was haben wir doch manchmal für ein verstaubtes, versteinertes Bild von ihm. Nein, Gott sitzt nicht emotionslos auf seinem Thron; er fiebert mit, er freut sich und – ja, manchmal ist er auch zornig über die Ungerechtigkeiten der Menschen untereinander. Die Geschichte hilft uns, unser Gottesbild wieder geradezurücken: Wir haben einen Gott, der uns liebt und sich über unsere Zuwendung freut.

2. Sünder müssen Buße tun. Auf deutsch: Sich umdrehen, umkehren, sich zu Gott hinwenden, der der einzige ist, der sie von ihrer Sünde befreien kann – und der das gerne anbietet. Zu schnell sind sogar manche christlichen Gemeinden heute dabei, wenn Sünde relativiert wird, wenn die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen wegargumentiert wird und „der liebe Gott doch für alle da ist“. Ja, das ist er, und doch bleibt Sünde Sünde, die von ihm trennt und die seine Vergebung nötig macht. Und es ist auch wahr, dass derjenige sich des Heils nicht gewiss sein kann, der diese Gnade nicht sucht, der nicht von seinen Sünden umkehrt, der diese Vergebung nicht für sich gelten lässt. Hier dürfen wir uns alle an die eigene Nase fassen: Wie sehr habe ich mich in der letzten Zeit auf meinem Heil ausgeruht? Wo ist in meinem Leben auch einmal wieder eine Umkehr dran?

3. Die Tür ist noch nicht zu. Immer noch können Sünder zu Gott umkehren. Wer zeigt ihnen diese offene Tür? Wer betet für die Müllers und Jensens und Rohwers von gegenüber? Wer sagt Gott mal konkret Namen, die ihm auf dem Herzen liegen, damit der Heilige Geist sie auf die Suche nach Jesus schickt? Ja, als Christen haben wir einen Auftrag. Schön ist das Gebet, das man manchmal hört: „Herr, hilf, dass noch viele dich kennenlernen.“ Noch schöner ist allerdings, wenn dieses Gebet konkret wird: „Herr, ich möchte Jens und Anna gern im Himmel wiedersehen. Bitte begegne du ihnen und arbeite an ihnen – und an mir, damit ich zur rechten Zeit das Richtige sagen und tun kann und hilf mir, Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen, um sie für dich zu gewinnen.“

Wir haben einen emotionalen Gott. Wenn wir uns wieder neu konkret Menschen aufs Herz legen lassen, mit dem Ziel, dass sie Jesus kennenlernen und seine Nachfolger werden – dann kommt Freude auf. Bei Gott und Menschen.

Einen gesegneten Oktober!

Thomas Schulze

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