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Angedacht

Monatsspruch für Juni 2024

Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

2. Buch Mose Kapitel 14, Vers 13

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Ich glaube, diese Geschichte von der Rettung des Volkes Israel auf dem Weg aus Ägypten kennen wir alle. Ich kann mich nicht mehr erinnern, aber ich gehe mal davon aus, dass ich sie zum ersten Mal in der Sonntagsschule gehört habe. Dennoch war es wieder etwas Neues, als ich mich mit dem Monatsspruch beschäftigt habe. Die Situation der Israeliten war völlig ausweglos. Auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite die Ägypter, die bereit waren zum Kampf. Dabei steht in Kap. 13 Vers 18, dass auch die Israeliten zum Kampf gerüstet waren. Es ist also nicht so, dass sie einfach nur auf der Flucht waren, sondern sie waren auf ihrem Weg auch bereit zu kämpfen.

Trotzdem waren sie sich offensichtlich bewusst, dass sie den Ägyptern nicht gewachsen waren. Sie hatten offensichtlich Angst. Und ihre Reaktion ist so einfach wie nachvollziehbar, sie suchten einen Schuldigen und fanden ihn in Moses. Sie beschimpften ihn und das nicht zu knapp.

Ich finde diese Reaktion nicht gut, kann sie aber nachvollziehen. Ist es bei uns auch so, dass wir gerade in schwierigen Situationen nach einem Verantwortlichen suchen, dem wir die Schuld geben können?

Es ist so viel einfacher, die „Schuld“ bei jemand anderem zu sehen als bei sich selbst.

Und wenn wir „Schuld“ sein sollen, ist unsere erste Reaktion erstmal eine Abwehrhaltung. Anders war es bei Moses. Er sagt: Fürchtet euch nicht! Das ist schnell gesagt. Aber kann es bei denen, die sich so hilflos fühlen, etwas ausrichten? Das ist nicht überliefert.

Und es kommt für die Israeliten noch heftiger: „Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

Können wir uns das wirklich vorstellen? Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll und dann wird uns gesagt, dass wir einfach nichts tun sollen, nur abwarten und zusehen, wie Gott die Dinge regeln wird.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fällt diese Vorstellung schwer. Eine Situation, in der ich nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll und ich soll nichts machen?

Ich glaube, darum kann es nicht gehen. Wir können uns in diesen Situationen nicht einfach wie ein Zuschauer daneben setzen und völlig passiv dabei zuschauen was passiert.

Aber es kann uns mit Sicherheit guttun, auch in kritischen Situationen die Nerven nicht zu verlieren und auch mal einen Moment inne zu halten. Nur dann im Gebet haben wir die Chance, seine Stimme zu hören. Dann erkennen wir vielleicht auch, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen.

Das ist für mich die Botschaft des Monatsspruches. Auch mal einen Gang herunterschalten, nachdenken, auf Gott hören anstatt in hektische Aktivitäten zu verfallen.

In diesem Sinne wünsche ich einen gesegneten Juni.

Matthias Heidebrecht

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