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Angedacht

Monatsspruch für November 2020

Gott spricht: sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.

Jeremia Kapitel 31, Vers 9

Liebe Leser,

was für eine Zusage! Gott will uns trösten und leiten. Das ist doch mal was. Die Frage ist nur, warum muss ich erstmal leiden und weinen. Möchte Gott, dass ich mehr Demut lernen muss, bevor er mir helfen will?

Der Monatsspruch stammt aus einer Zeit, als das Volk Israel sich in Gefangenschaft befindet. Dem Volk wird versprochen, dass Gott sie aus der Gefangenschaft führen wird „in das Land, das er ihren Vätern gegeben hat.“ Das Volk Israel hat also eine harte Zeit hinter sich. Nichts, was sich mit unserer Zeit vergleichen ließe.

Nichtsdestotrotz haben natürlich auch wir gerade eine Phase, die für viele von uns eine Belastung ist. Wir können vieles nicht machen oder zumindest nicht so machen, wie wir es gewohnt sind. Viele von uns kommen wegen der aktuellen Corona-Gefahr immer noch nicht in die Gottesdienste und ich weiß, wie mir diese Präsenz gefehlt hat. Von daher kann ich mir gut vorstellen, wie belastend dies für die Schwestern und Brüder ist, denen der Kontakt schon so lange verwehrt geblieben ist und die bei den wieder steigenden Zahlen der Infizierten auch keine Perspektive sehen, wann sich die Situation ändern könnte.

Aber auch euch sagt der Monatsspruch, dass auch wenn wir uns in einer vielleicht ausweglosen Situation befinden und „weinend vor Gott treten“, er einen Weg findet uns zu trösten und uns einen Weg weisen will. Wir können häufig diesen Weg nicht gleich erkennen, dennoch bin ich mir sicher, dass wir diesen Weg irgendwie finden werden. Auch ich sehe im Moment nicht wirklich, wie lange wir mit diesem Virus noch leben müssen und wie lange dieser unseren Alltag bestimmen wird, aber es wird auch wieder eine Zeit nach dem Corona-Virus geben und wir werden uns wieder im Gemeindehaus treffen können, miteinander singen können und miteinander beten können. Weil Gott uns wieder zueinander führen wird, wird es auch einen Weg dahin geben. Auch für viele von uns ist dies eine harte Zeit, aber auch die wird ein Ende haben. Freuen wir uns darauf, wo Gott uns hinführen möchte und vertrauen wir darauf, dass er diesen Weg mit uns allen geht.

Deshalb möchte ich zum Schluss einen Text schreiben, den ich einem Segenslied des Musikgottesdienstes von Henning und anderen entnommen hab:

Manchmal ist die Hand vor unseren Augen gar nicht mehr zu sehen und wir hoffen nur noch, dieses Dunkel irgendwie zu überstehen. Doch kein Schatten, den wir spüren, kann das Licht in uns zerstören.

Einen gesegneten Monat, wünscht euch

Matthias Heidebrecht

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