

Diese Hoffnung ist für uns ein sicherer und fester Anker, der bis in den Himmel, bis zu Gott selbst reicht.
Brief an die Hebräer Kapitel 6, Vers 19
Liebe Leserinnen, liebe Leser!Das Kapitel, aus dem der Monatsspruch stammt, ist überschrieben mit: „Gott hält, was er verspricht“
Eine Zusage, die wir uns im Alltag auch von den Menschen um uns herum wünschen würden. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Verbindlichkeit und Vertrauen heutzutage immer mehr an Gewicht verlieren. Da ist es doch gut zu wissen, dass diese Zusicherung bei Gott nie in Frage gestellt wird.
Das war zu Zeiten von Abraham, von dem in dem Kapitel die Rede ist, und das ist heute auch noch so. Abraham wartete sehr lange bis Gott sein Versprechen einlöste. Aber er war sich sicher, dass es passieren würde.
Aber worauf hoffen wir? Und wieviel Geduld haben wir?
Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Und wenn ich versuche mich zu reflektieren, dann frage ich mich zum Einen, wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Hoffen und Wünschen. Gott ist sicherlich niemand, der verantwortlich dafür ist, meine ganzen Wünsche zu erfüllen. Aber wo geht es um meine Wünsche und wo geht es um Anliegen, für die ich die Hilfe Gottes wirklich brauche?
Es fällt mir schwer hier eine sinnvolle Linie zu ziehen. Ich versuche das an einem kleinen Beispiel mal zu erläutern.
Ist die Hoffnung auf eine Beförderung im beruflichen Umfeld ein Punkt, bei dem ich meine Hoffnung auf Gott setzen sollte? Ich denke, dass ich diesen Punkt eher nicht auf diese Liste setzen würde. Wenn ich aber hoffe, dass ich meine Fähigkeiten und meine Position einsetzen kann, um junge Kolleg*innen zu fördern und mit dem Team eine gute Atmosphäre und ein gutes Ergebnis zu erzielen, dann würde ich dafür auf Gottes Hilfe hoffen.
Muss ich auf der anderen Seite ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir für meine Kinder wünsche, dass sie einen guten Weg im Leben finden und erkennen, worauf es ankommt?
Die Grenzen lassen sich in meinen Augen nicht klar definieren. Aber ich denke, jeder kann für sich diese Grenze ziehen.
Auf jeden Fall sagt der Schreiber, dass die von Gott zugesagte Hoffnung für uns ein sicherer Anker ist. Als Norddeutsche wissen wir, welche Bedeutung so ein Anker hat. Er hält uns fest und gibt uns Halt.
Dass wir auf diese Verheißung vertrauen dürfen, gibt uns Sicherheit in Zeiten, die viele Unsicherheiten mit sich bringen.
Matthias Heidebrecht