

Setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein! Das Recht soll das Land durchströmen wie ein nie versiegender Fluss.
Buch Amos Kapitel 5, Vers 24
Liebe Leserinnen, liebe Leser,Das Buch Amos, wie ich zugeben muss, ein Buch, das mir nicht wirklich geläufig war. Und als ich dann angefangen habe zu lesen, habe ich mich doch sehr erschrocken.
Der Prophet Amos war ein Schafhirte, ein einfacher Mann, so stelle ich ihn mir jedenfalls vor. Und gerade ihn, der eher am Rande der Gesellschaft stand, hat Gott ausgesucht, um dem Volk Israel seine Verfehlungen vorzuhalten.
Ich stell mir das so vor, als wenn heute in Neumünster vielleicht ein Obdachloser zum Bürgermeister unserer Stadt geht, um ihm zu sagen, was er alles falsch gemacht hat. Oder geht er vielleicht eher in eine der Kirchengemeinden in der Stadt?
Hätte er heute vergleichbare Gründe die weltliche Führung oder die Christen zu verurteilen für das, wie sie sich verhalten? Für die Führung der Stadt mag ich das nicht beurteilen und ich denke auch nicht, dass das hier der richtige Ort wäre. Wir als Christen sollten aber auch immer mal wieder reflektieren, ob wir mit unserem Verhalten den im Buch Amos beschriebenen Zorn hervorrufen könnten.
Amos kritisiert, dass das Volk Israel nur noch pro Forma ihre Gottesdienste feiert und ihre Opfer nichts bedeuten. Sie setzen sich nicht wirklich für Gerechtigkeit ein.
Setzen wir uns heute für Gerechtigkeit ein? Oder bleibt es bei guten Worten über Barmherzigkeit? Es ist mir völlig klar, dass es mir nicht zusteht, mir ein Urteil darüber zu bilden. Ich kann das nur für mich versuchen immer wieder zu reflektieren. Beschränkt sich mein Christsein auf eine Form von zelebrierter Religiosität oder bin ich wirklich auch für andere da, so wie es Gott will. Oder, wie es der Monatsspruch sagt: „Setze ich mich für Gerechtigkeit ein?“
Da ist aber noch ein anderer Aspekt, auf den ich noch kurz eingehen möchte. Es geht mir öfter so, wenn ich Kapitel aus dem Alten Testament lese.
Auch im Buch Amos geht es darum, dass Gott das Volk Israel bestraft, in diesem Fall es in die Gefangenschaft schickt. Ich glaube an den liebenden Gott, der uns die Möglichkeit gibt unsere Verfehlungen zu verzeihen, wenn wir ihn darum bitten. Ich bin mir bewusst, dass das nicht bedeutet, dass ich einen Freibrief für mein Verhalten hätte. Aber es gibt auf jeden Fall einen Weg zurück zu ihm, wenn wir uns unserer Verfehlungen bewusst sind
.Dafür bin ich dankbar!
Ich wünsche euch einen gesegneten Juli!
Matthias Heidebrecht