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Angedacht

Monatsspruch für Juli 2018

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Hosea Kapitel 10, Vers 12

Liebe Leser,

zugegeben; beim ersten Lesen sagt einem dieser Monatsspruch für Juli erst einmal gar nichts. Die etwas sperrige Lutherübersetzung tut ihren Teil dazu. Das allerdings sollte nicht so sein. Der Prophet Hosea hat zwar oft mit Bildworten gesprochen, aber nie so, dass man ihn nicht verstehen konnte; im Gegenteil: Sein Auftrag war ja, so deutlich, krass und bildhaft wie möglich Gottes Botschaft an das Volk Israel zu bringen, das um diese Zeit mal wieder große Schwierigkeiten mit der Nachfolge hatte. Irgendwann hat sich jeder Glaube mal so gefestigt, dass man meint, nichts Neues mehr hören zu können, weil man alles ja schon einmal gehört hat. Irgendwann tendiert jeder Glaube dazu, ritualisiert zu werden. Das, was immer gleich ist, selbst die Beziehung zu Gott, kann verflachen, wenn es zu einem puren Ritual verkommt, das man gedankenlos zelebriert, ohne die Liebe Gottes (und die Liebe zu Gott) damit zu feiern.

Das Problem hat ja nicht nur das biblische Israel, sondern auch jede Gemeinde: dass unser lebendiger Glaube an Jesus, der uns gerettet hat, uns liebt, bewahrt, aber auch nach seinem Willen formen und führen will, zu gedankenlosen Ritualen verflacht. Und das kann mit liturgischen Gottesdienstelementen genauso passieren wie mit den allerneusten Lobpreisliedern.

Jetzt noch einmal zurück zu Hosea: Genauso kann auch die praktische Nachfolge verflachen, denn beides gehört zusammen: Gottesbeziehung und der Umgang mit anderen. Wo Gott nicht mehr im Zentrum steht, verroht eine Gesellschaft. Und Hoseas Nachricht an das Volk, in landwirtschaftlichen Bildern gesprochen, heißt (jetzt mal in einer anderen Übersetzung): Wenn ihr Gerechtigkeit sät, werdet ihr meine Liebe und Treue ernten. Fangt ganz neu an wie ein Bauer, der ein brachliegendes Feld zum ersten Mal wieder bestellt! Denn die Zeit ist da, mich, den HERRN, zu suchen. Dann werde ich kommen und Gutes vom Himmel für euch regnen lassen.

Ganz neu anfangen. Als wäre es das erste Mal, dass wir mit Gott Kontakt aufnehmen. Ihn suchen: Das bedeutet, sich oft und viel in seine Nähe begeben. Zeit für ihn nehmen. Störendes aus dieser Gottesbeziehung entfernen: Dazu sind wir aufgerufen. Und Gott wird antworten. Und „Gutes vom Himmel regnen lassen“. Auch dieser Regen gehört zum landwirtschaftlichen Bild. Kurz gesagt: „Kümmert euch um Gott, und Gott kümmert sich um euch.“ Das kann man auch als Gemeinde mal für sich in Anspruch nehmen.

Liebe Gemeinde, für Euch beginnt ja jetzt eine neue Phase des Suchens, des Innehaltens und hoffentlich auch des Fragestellens an Gott: „Wie sieht dein Plan aus? Wohin möchtest du mit der Gemeinde?“ Und dafür wünsche ich Euch Durchhaltevermögen und Geduld im Gebet und viele gute Erfahrungen mit Gott und deutliche Wegweiser von ihm.

In Liebe,

Thomas Schulze

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