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Angedacht

Gedanken zur Jahreslosung 2023

Du bist ein Gott, der mich sieht.

1. Buch Moses Kapitel 16, Vers 13

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wünschen wir uns das nicht alle, dass da jemand ist, der uns sieht? Wir wünschen uns Aufmerksamkeit, Interesse und nicht nur ein nebeneinander her.

Und dann ist da diese Jahreslosung. Da sagt jemand aus Überzeugung, dass Gott ihn sieht. Es ist Hagar, die dies sagt in einer Situation, in der sie sich von den Menschen um sie herum nicht gesehen fühlt. Und dann ist da Gott, dem das Schicksal von Hagar nicht egal ist und der ihr neue Zuversicht gibt.

Auch wir sind immer wieder in Situationen, in denen wir jemanden brauchen, der uns nicht übersieht. Wie gut ist es da, dass wir zu ihm rufen können und uns seiner Beachtung gewiss sein können. Mit dieser Gewissheit in ein neues Jahr zu gehen, ist auf jeden Fall eine große Hilfe und Beruhigung bei alldem, was da in dem neuen Jahr auf uns zukommen kann. Wir brauchen nicht Angst haben, wir brauchen nicht vor den Herausforderungen einknicken und wir brauchen nicht das Gefühl der Ausweglosigkeit haben.

Aber ich denke, dass dies für das neue Jahr nicht nur ein Zuspruch sein sollte, sondern dass diese Jahreslosung auch ein Aufruf sein kann. Es ist gut, wenn Gott uns sieht, aber möchte er nicht auch, dass wir sehen, dass wir die beachten, die vielleicht von anderen übersehen werden?

Jesus hat auch viele Menschen gesehen. Den blinden Mann auf der Straße, an dem alle anderen vorbeigingen. Die Frau, die ihn von hinten berührt. Den Zolleintreiber Zachäus, der sich auf einen Baum verkrochen hat. Und Jesus sieht diese Menschen nicht nur, er hilft ihnen auch.

Jesus sieht die Menschen, die sonst keine oder wenig Beachtung erhalten. Und ich denke, dass er sich das auch von uns wünscht.

Nehmen wir also diese Jahreslosung nicht nur als Zuspruch für uns persönlich in Anspruch, sondern sehen wir es auch als Zielsetzung für unser Handeln an.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gesegnetes Jahr 2023! Ein Jahr, in dem ihr seht und gesehen werdet.

Matthias Heidebrecht

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