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Angedacht

Angedacht für September 2025

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Prediger 4, Vers 6

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Oder wie es in der Hoffnung für alle heißt: Besser nur eine Handvoll besitzen und Ruhe genießen als viel Besitz haben und alle Hände voll zu tun.

Klingt doch erstmal gut, wenn man das so liest, oder? Entspannt leben, um genau so viel zu besitzen, wie man gerade braucht. Aber seien wir mal ehrlich: können wir das wirklich?

Auch ich muss zugeben, dass ich damit meine Probleme habe. Nicht dass ich wirklich Wert auf irgendwelche Statussymbole legen würde. Ich hab zwar mein Haus, in dem auch meine Kinder groß geworden sind, aber „mein Boot, meine Finca auf Mallorca“ oder etwas ähnliches brauche ich nicht. Dafür ist mir eine Absicherung im Alter wichtig, ich möchte mir auch nach Renteneintritt keine Gedanken machen müssen.

Wieviel Vorsorge brauch ich dafür, das ist für mich nicht so einfach abzuschätzen. Also arbeite ich vielleicht doch noch ein bisschen länger als ich unbedingt müsste.

Ich denke aber auch nicht, dass der Autor des Monatsspruchs das damit gemeint

hat.

Ich habe da einen Jugendfreund von mir vor Augen. Unsere Wege gingen nach dem Studium sehr unterschiedliche Wege. Während ich eine Familie gründete, gründete er eine Firma, die zugegebenerweise recht gut gelaufen ist. Für ihn war wichtig Besitz anzuhäufen. Mehrere Autos (im Wesentlichen Oldtimer), ein Haus auf Sylt und so manches anderes.

Dabei fand er aber keine Zeit, sich mal intensiv um eine Beziehung zu kümmern, so dass alle mit der Zeit zerbrachen, auch daran, dass er so viel Zeit in seiner Firma verbracht hat.

Wenn wir uns heute treffen, bereut er vieles und würde durchaus auch mit mir tauschen wollen, weil er heute eine eigene Familie vermisst.

Wenn die Arbeit für mehr Besitz wichtiger ist als das Leben selbst, dann denke ich auch, dass es im Sinne des Monatsspruches nicht richtig sein kann.

Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid? (Matthäus 6,26)

Dieser Vers aus dem Neuen Testament fällt mir in diesem Zusammenhang ein. Es ist nicht an uns, dass wir uns allein um uns und unser Auskommen sorgen müssen. Gott hat uns zugesagt, dass er bei uns ist und für uns da ist.

Wenn wir darauf vertrauen, brauchen wir auch nicht ohne Ende arbeiten, um irgendwelche Besitztümer anzuhäufen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen ruhigen und gesegneten September.

Matthias Heidebrecht

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