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Angedacht

Monatsspruch für Mai 2021

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!

Sprüche Kapitel 31, Vers 8

Liebe Leser*innen,

Das ist ein Wort, das uns zum Handeln aufruft. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Was kann ein Einzelner schon ausrichten?“ Aber das ist falsch! In beide Richtungen! Jemand, der Böses redet, zieht die anderen mit runter, aber jemand, der widerspricht und Gutes fordert, kann durchaus die Stimmung ändern.

Wo haben wir denn Gelegenheit, für andere einzutreten? Da fallen mir als erstes die sozial Benachteiligten ein, für die das Café Jerusalem den Mund – und die Hand – öffnet, nicht nur ganz praktisch durch die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen, sondern auch im Gespräch mit Politikern. Auch im Kampf gegen Diskriminierung brauchen viele Menschen Fürsprecher: Flüchtlinge - oder ganz allgemein Ausländer - leiden oft unter Vorurteilen in der Gesellschaft; Unattraktive, Bettelarme, Superreiche, bestimmte Politiker, die irgendetwas falsch gemacht haben; es gibt viele Menschen, über die sich andere lustig machen, auf die Andere herabsehen. Manche haben auch ganz praktisch rechtliche Nachteile. In letzter Zeit ist solches Unrecht mutig angesprochen worden. Mit der „#Metoo“-Debatte oder der „Black lifes matters“-Bewegung ist schon vieles in Bewegung geraten. Wo einzelne den Mut hatten, die Wahrheit laut zu sagen, haben sich auch andere getraut, Unrecht zu benennen.

Gott ist auf der Seite der Schwachen. Jesus hat sich nicht vom Glanz der Reichen blenden lassen, sondern er sah die arme Witwe, die so wenig in den Opferkasten legte und er rückte bei denen, die vielleicht verächtlich darauf sahen, die Verhältnisse zurecht: Sie gab nicht von ihrem Überfluss ab, sondern opferte alles, was sie zum Leben hatte.

Jesus verärgerte sicher auch die Juden durch seinen Umgang mit den Samaritern, gegen die die Juden ja große Vorbehalte hatten. Nicht nur, dass er in einem Gleichnis einen Samariter als Vorbild hinstellte, was die Barmherzigkeit angeht, sondern er diskutierte auch mit einer Samariterin über Theologie. Auch seine Haltung gegenüber Frauen entsprach ganz und gar nicht den gesellschaftlichen Gepflogenheiten; er nahm sie ernst und behandelte sie respektvoll. Als sich die Männer über die Frau mokierten, die Jesu Füße mit kostbarem Öl salbte, nahm Jesus sie in Schutz.

Nehmen wir Andere in Schutz, die bei unseren Mitmenschen nicht gut wegkommen? Die sich nicht wehren können, weil sie nicht dabei sind, oder weil ihnen die Worte fehlen?! Sorgen wir dafür, dass aus Unrecht Recht wird? Dass Vorurteile abgebaut werden? Dass Menschen wieder respektvoll und freundlich miteinander umgehen? Stiften wir Frieden?

Jesus hat sich zum Fürsprecher für uns alle gemacht. „Sollte aber doch jemand Schuld auf sich laden, dann tritt einer beim Vater für uns ein, der selbst ohne jede Sünde ist: Jesus Christus. Denn Christus hat unsere Sünden, ja, die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen; er hat sie gesühnt.“ (1.Joh. 2,1b – 2)

Diese Fürsprache brauchen wir ganz dringend!

Dörte Worreschk

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